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Richards Ritt zum RegenbogenInterview über die Entstehung der Zeichnungen zum Buch.

(12.1.99, Anja Lünsman) NDR 1, Welle Nord:
Viele Menschen lieben Bücher, daß ist kein Geheimnis, andere finden mehr Vergnügen daran, sie zu schreiben und wieder andere sorgen für das dekorative Beiwerk, sprich die Illustrationen. Und natürlich sind gerade Kinderbücher besonders ausgiebig und aufwendig bebildert. Anja Lünsman hat mit der Flensburger Grafikerin Christina Maria Tröber gesprochen. Die hat sich nämlich mit der Illustration eines Kinderbuches einen lang gehegten Traum erfüllt.

Christina Maria Tröber: Das Märchenbuch, was ich illustrieren durfte, heißt Richards Ritt zum Regenbogen und ist verfaßt von Friedrich Recknagel. Ich durfte es illustrieren und zwar immer in den Regenbogenfarben. Das hat mich besonders gereizt, daß es eben nicht nur naturalistisch ist, sondern daß jedes Land, in dem dieses Kind kommt, eine andere Farbe hat und dadurch auch ganz andere Gefühle entstehen können.

NDR 1, Welle Nord: So macht sich Richard in der märchenhaften Geschichte in Text und Bild auf die Suche nach seiner Identität. Und die Reise zu sich selbst führt ihn ins sagenhafte Regenbogenland.

Christina Maria Tröber: Die Farben waren vorgegeben und der Inhalt des Märchens. Zum Beispiel kommt in einem Abschnitt eine Flaschenabfüllmaschine drin vor und da dachte ich, wie sieht so ein Ding aus und dann bin ich zur Flensburger Brauerei und hab mir angeguckt wie so was aussieht.

NDR 1, Welle Nord: Christina Maria Tröber ist von Haus aus Grafikerin und Diplompädagogin und malt seit frühester Kindheit. Aus Leidenschaft und zeitweilig auch aus eindeutig zweckdienlichen Motiven.

Christina Maria Tröber: In der Klasse zum Beispiel, wenn man dann halt eine Karikatur vom Lehrer macht, dann kam das dann gut an. Also ich hatte einfach gute Möglichkeiten.

NDR 1, Welle Nord: Und die schöpfte sie natürlich aus und bis heute gehört das Verzieren, Malen und Zeichnen zum unverzichtbaren Lebensinhalt der vielseitigen Flensburgerin.

Christina Maria Tröber: Das hilft mir einfach so Träume, Visionen und Gefühle auszudrücken. Dies geht bei mir immer so rund und quer im Kopf und in Gedanken und dann freue ich mich wenn es eine Form kriegt.

NDR 1, Welle Nord: Denn die Kreativität ist ein Geschenk, das Zeit zu Entfaltung braucht. Das geht nicht immer auf Kommando, meint die Künstlerin und die Bilder spiegeln die Hellen- so wie die Schattenseiten ihres Lebens wider.

Christina Maria Tröber: Und als meine Tochter vor sechs Jahren starb, hatte ich eben glücklicherweise diese Gabe, das auszudrücken – in Bildern. Das hat mir sehr geholfen und ich weiß es eben auch von vielen Trauernden, daß es dann hilft wenn sie eine Möglichkeit finden: die einen sticken und die anderen basteln und die dritten malen und die vierten singen, also ich denke es ist egal.

NDR 1, Welle Nord: Doch auch wenn bekanntlich jeder Art von Kunst ihren Schöpfer persönlich bereichert, bereichern tut sie ihn im weltlichen Sinne höchst selten. Und auch das Zeichnen scheint eine der eher Brotlosen Künste zu sein.

Christina Maria Tröber: Das stimmt. Ich habe leider damit nie Geld verdienen können und das ist natürlich schmerzhaft aber es war mir immer wichtiger, das zu machen was mir Spaß macht oder das was mich auch befriedigt, als etwas zu machen, wo ich drunter leide, dafür vielleicht aber Geld kriege. Ich habe immer versucht, auch Kompromisse zu finden. Aber es ist eben schwierig in unserer Gesellschaft.

ISBN 13: 978-3-928143-23-3

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