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Thema: Bleiben Sie dran!
Medienrummel und andere Heimsuchungen

Buch
Sven Wiegmann Atem Land ISBN: 3-9928143-08-5

Glossen von Klaus Berger

Der Autor ist nach eigenem Bekunden „eine gespaltene Persönlichkeit“. Zum einen arbeitete er drei Jahrzehnte als Journalist für die Welt, Hör Zu, das Hamburger Abendblatt, den Eulenspiegel, für NDR und WDR, zum anderen wirkt er seit über 25 Jahren als Pianist bei der Jazzgruppe Bop Cats.

Aus dieser Konstellation ergaben sich ganz außerordentliche Innenansichten vom heutigen Musikgeschäft, vom alltäglichen Medienwahnsinn, vom Funk- und Fernsehalltag. Dazu holt der Kritiker Klaus Berger Stars und Sternchen wieder auf die Erde zurück. Und eine Prise deftiger Erotik gibt es auch – deshalb ist das Buch für Jugendliche unter 8 Jahren nicht zugelassen.

64 Seiten, 19 x 19 cm, ISBN 13: 978-3-928143-48-6. Bestellen

Pressestimmen

Norderstedter Zeitung

Klaus Berger entlarvt den Kulturbetrrieb mit seinen Schicki-Micki-Protagonisten. Der Jazzkritiker hat ein amüsantes Buch über das Showbusiness geschrieben.
Statt Zugabe wird lieber Skat gespielt.

(Tangstedt, ?.5.99, kn) Da erscheint ein junger Mann auf der Bühne und macht sich am Klavier zu schaffen: Endlos lange schlägt er einzelne Töne an, manipuliert an den Seiten herum - 600 Zuhörer sind, zum Teil, hingerissen. Die Kritiker zumeist ebenfalls: „Da spürt man einen Hauch davon, was Free Jazz sein kann“, schreibt der Kritiker. „Atonal, free und kompromißlos“ ein anderer. Allerdings: Das eigentliche Konzert war leider ausgefallen, der bewunderte Künstler war lediglich der Klavierstimmer, der wiederum darüber verstimmt war, daß er seine Arbeit vor ausverkauftem Hause verrichten mußte. Keiner hat´s gemerkt. Geschichte dieser Art entlarven den Kulturbetrieb mit seinen Schicki-Micki-Protagonisten. Klaus Berger aus Tangstedt denkt sie sich seit über zwei Jahrzehnten aus und veröffentlicht sie in Zeitschriften. Jetzt hat der Jazzmusiker sie zu einem Buch zusammengefaßt: „Bleiben Sie dran! Medien-Rummel und andere Heimsuchungen“ heißt das Werk, bei dem einem das Lachen manchmal im Halse stecken bleibt.

Klaus Berger ist ein mit allen Wassern gewaschener Musiker: Vor 34 Jahren gründete der Pianist die Gruppe „Bop Cats“, mit der er bis heute unermüdlich durch Deutschland und die angrenzenden Länder tourt. Ob in Schulen ein Trip durch die Jazzgeschichte gemacht wird oder in Konzertsälen vor großem Publikum gespielt wird, Klaus Bergers Band hat einen guten Namen. Als Jazzkritiker und Journalist hat sich der 59jährige Tangstedter ebenfalls in die Herzen der Musikerfreunde geschrieben. Nicht in alle, wohlgemerkt. Denn oftmals sind die Kritiken bissig, rotzfrech, ironisch - aber fast immer treffen sie den Kern: Hier schreibt einer, der wirklich etwas von seinem Fach versteht.

Vor etwa 20 Jahren begann Klaus Berger den Musikbetrieb auch von einer etwas anderen Warte aus zu sehen: Er verdichtete eigene Erfahrungen zu netten kleinen Geschichten, in denen das Musikerleben auf ironische Weise beleuchtet wird. In vielen Zeitungen und Zeitschriften, aber auch im Hörfunk sind die Glossen, Features und Kurzgeschichten erschienen. Viele bereits veröffentlichte und einige neue Geschichten wurden jetzt vom Köller Verlag zu einem rundherum amüsanten Buch zusammengefaßt.

Da Klaus Berger aber kein Buch für Insider vorlegen wollte, ist es gespickt mit Alltagsbeobachtungen, die nicht immer etwas mit Musik, oft aber mit Medien und dem dazugehörigen Rummel zu tun haben. Da wird die Serienwut der Fernsehgewaltigen auf die Schippe genommen. Ein gewisser Moderator namens Dieter Thomas Heckklappe macht sich dafür stark, daß bei der nächsten Runde von „Journalisten fragen - Politiker antworten“ Roberto Blanco, Blümchen und Harald Juhnke die Fragen stellen sollen, der Synchronsprecher Ornaldi weiß nicht mehr, wie der den Satz „Bestehen noch Chancen, Doktor“ in Zukunft betonen soll, weil er ihn in 16 verschiedenen Serien bereits 128mal gesprochen hat, und gegen „Miami Vice“ will der Konkurrenzsender die Serie „Strandvogt von Borkum“ setzen - mit Volker Rühe in der Hauptrolle. Der Starkritiker Zynistrata wird auch zitiert: Er will keine Freikarte für die erste Reihe, weil er zu keinem Künstler aufblickt. Pech gehabt: Er muß die Hauptband des Festivals, „Dusty Stringfield“ mit Holzbaß, E-Baß und zwei Bratschen, von weit hinten verfolgen. Und wie begrüßen sich doch gleich die Mitglieder konkurrierender Bands? „Ich wußte gar nicht, daß ihr noch existiert.“ Berufsmusiker, stellte Klaus Berger fest, spielen statt einer zweiten Zugabe lieber Skat. Wer es noch nicht wußte: Ein Wirbel ist der Kunstgriff eines Drummers, um schwache Stellen im Musikstück zu überdecken. Die Steigerung ist der große Wirbel, den eine Band um ihre erste Platte macht.

Eine Fülle von Schnurren, Sprüchen, Gags, lustigen Anekdoten und eine kleine Auswahl besonders gelungener Konzertkritiken hat Klaus Berger zusammengestellt und in seinem Buch veröffentlicht. Der Leser ist amüsiert und biegt sich bisweilen vor Lachen - und das gilt nicht nur für Musikkenner.

Hier im Norden

Ausstellung "Die Unewatter Mühle" und Lesung mit den Bop Cats.

(15.11.99, Langballig) Zur Zeit läuft im Gasthaus Unewatt im historischen Dorf Unewatt noch bis Ende des Jahres eine Ausstellung mit Bildern des akademischen Kunstmalers Karl Meyer Amler. Am 4. Dezember liest Klaus Berger aus einem Buch Bleiben Sie dran!. Es spielen die Bop Cats, ein Gruppe voller eigener Ideen und eigenständiger Virtuosität.

... Am 4. Dezember 19.00 Uhr, liest Klaus Berger aus seinem Buch Bleiben Sie dran! Der Autor ist nach eigenem Bekunden eine gespaltene Persönlichkeit“. Zum einen arbeitete er drei Jahzehnte als Journalist für Die Welt, Hör Zu, das Hamburger Abendblatt und für den NDR und WDR, zum anderen wirkt er seit 25 Jahren als Pianist bei der Jazzgruppe Bop Cats mit.

Aus dieser Konstellation erbgaben sich ganz außerordentliche Innenansichten vom heutigen Musikgeschäft, vom alltäglichen Medienwahnsinn und vom Funk- und Fernsehalltag, so der Autor. Dazu holt der Kritker Klaus Berger Stars und Sternchen wieder auf die Erde zurück. Und eine Prise deftiger Erotik gibts auch - deshalb ist das Buch für Jugendliche unter acht Jahren nicht zugelassen.

Hamburger Abendblatt

Berger war dabei

(1Okt. 2001, cd) Wenn drei Damen ein armes Opfer mit ihren Krankengeschichten nerven und Howard Carpendale mit stahlblauem Blick aus dem Bühnennebel des CCH steigt - Klaus Berger ist dabei. 41 groteske Begegnungen aus 30 Jahren hat der Abendblatt-Autor in literarisch-bissige Kabinettstückchen verpackt und "Bleiben Sie dran" geschrieben.

Das Buch handelt von grauem Alltag und Alltagsgrauen, von Vip´s und Flips - inklusive Innenansichten der Musikszene, die Berger, dem Jazz-Pianisten der "Bop Cats" so am Herzen liegt

Kieler Nachrichten

Buchlesung Köller Verlag erfolgreich in Kiel
Welttag des Buches im Literaturhaus.
Regenbogen und Medienrummel.

(Kiel, 23.4.99, sth) Den Welttag des Buches nahm der Köller-Verlag aus Schacht-Audorf zum Anlaß, im Literaturhaus zwei seiner Autoren vorzustellen. Am Anfang gab's ein wenig handgemachten Modern-Jazz der Hamburger Gruppe Bop Cats, dann gehörte das Podium dem Kieler Autor Friedrich Recknagel. Richards Ritt zum Regenbogen heißt seine Erzählung für Kinder ab neun Jahren, eine phantasievolle, farbige Geschichte zum Vor- und Selbstlesen. Der siebenjährige Held wartet bettfertig auf' den väterlichen Gutenachtkuß. Während des Wartens trägt sein Schaukelpferd den schläfrigen Jungen in eine abenteuerliche Welt zwischen Wachen und Träumen: Plötzlich findet er sich am Eingang zum Regenbogen. Durchaus spannend geht es zu in seinem poetisch erzählten Märchen, das Christina Maria Tröber mit stimmungsvollen Aquarellen illustriert hat. 

Nach einerKlaus Berger kurzen musikalischen Pause ging es weiter mit Klaus Berger. Der Leiter der Bop Cats ist seit 25 Jahren Pianist der Jazz-gruppe und blickt auf mehr als dreißig Jahre Berufs-erfahrung als Zeitungs- und Rundfunk-journalist zurück. In der Welt der Medien kennt er sich also bestens aus - und hat sie literarisch gehörig auf die Schippe genommen. Dem täglichen Wahnsinn von Musikgeschäft, Funk und Fernsehen hat er hinter die Kulissen geschaut und Ironisch-Bissiges anekdotisch in dem Bändchen Bleiben Sie dran! Medienrummel und andere Heimsuchungen versammelt. Einige Stückehen daraus zelebrierte er genußvoll vor dem amüsiert lauschenden Publikum. Vom frustrierenden Briefwechsel zwischen einem Bandleader und einer Fernsehanstalt las er, die ein anfänglich vereinbartes Engagement im Wandel vieler Monate schließlich auf Null eindampft. Klaus BergerOder vom vielstimmigen Kritikerecho auf einen vermeint-lichen Solo-abend, der sich am Ende als Auftritt eines Klavier-stimmers entpuppt.

Rechts:
Klaus Berger am Piano der Bop Cats

Nach kurzer, knackiger Buchvorstell-ung wechselte der Autor noch einmal vom Pult zum Piano, ein wenig wurde noch gejazzt, und dann war Schluß.

Jazzpodium

Bleiben Sie dran!

(Reiner Kobe) Der Beitrag der Rockband in einer Talkshow wurde systematisch auf unter eine Minute heruntergefahren, ehe die Sendung schließlich der Live-Übertragung eines Fußballspiels geopfert wurde; das Avantgarde-Konzert eines Solo-Pianisten entpuppt sich als schweißtreibende Arbeit eines Klavierstimmers, Red Mitchells Bass-Solo geht im Kneipengedröhn unter und Konzerte von John Zorn und Peter Brötzmann sind von „wunderlichen Neigungen und Launen geprägt“ wie überhaupt Musiker immer „bleich und hohlwangig“ sind. Vergnüglich zu lesen sind die gesammelten Aufsätze aus der Medien-Welt, die Klaus Berger vorlegt. Der Autor kennt jene Welt bestens: als langjähriger Journalist und verdienter Pianist der Hamburger Bop Cats hat er beide Seiten des Geschäfts kennengelernt. Wie sehr es inzwischen von Quotenhuberei, Intrigen und Irrsinn beherrscht wird, zeigen diese tagebuchartigen Notizen, fiktiven Dialoge, authentischen Konzertberichte und verstreute Betrachtungen. Sie sind voller Humor, Hintersinn und einer Portion Sarkasmus, die offensichtlich die Realität erträglicher macht. Es ist das vielzitierte Lachen dabei, das dem Leser im Hals steckenbleibt. Ein nützliches Büchlein, da es nachdenklich stimmt.

Hamburger Lokalradio

Jazz zum Lesen

Es finden sich einige alte Manuskripte in einem Buch, daß noch nicht durchgehend ein Jazzbuch ist, doch das das Medienumfeld, in dem sich die Jazzszene zu behaupten hat, zum Teil oder überwiegen satirisch unter die Lupe nimmt. Ein Lesespaß. Oder es gibt auch ganz eigentlich ganz ernsthafte Texte dabei und uns wohl allen aus der Seele gesprochen.

Als Beispiel aus „Bleiben sie dran! Medienrummel und andere Heimsuchungen“ von Klaus Berger: Martyrium technicum, Altonaer Fabrik: (...die Geschichte wird vorgelesen)

Soweit Klaus Berger in „Bleiben sie dran! Medienrummel und andere Heimsuchungen“. Das Buch ist nicht nur für Jazzfreunde, doch auch für sie.

Lesungen mit Jazz

Freitagnacht im Michel

„Jazz & Satire“ heißt es am 16.2. ab 21:15 Uhr im Gewölbe unter der Hauptkirche St. Michaelis, wenn Emken Schnaase aus „Bleiben Sie dran“ von Klaus Berger liest und die „Bop Cats“ (Carin Hammerbacher: Saxophon, Klaus Berger: Piano, Manfred Jestel: Kontrabaß und Thomas Arp: Schlagzeug) Bebop, Soul und Latin Jazz spielen. Moderation: Hans Hermann Jäger, gastronomische Begleitung: Residence Hotel Madison.

Kammerspiele Hamburg

28.3.2005: Satire & Jazz: Klaus Bergers Buch „Bleiben Sie dran“ Medienrummel und andere Heimsuchungen „Grauer Alltag und Alltagsgrauen“ und die Hamburger Bop Cats mit Bebop, Cool Jazz, Soul, Rockjazz.

Leseprobe 1

Neue Reklame-Bilder:

Zinsgünstig Bausparen mit Lawrence von Arabien

Um Mitternacht, zur schönsten Fernseh-Gespensterstunde, hebt der Hauptheld im Kriminalfilm seinen Revolver und sagt unheilverkündend zu seinem Widersacher:

»Du wirst nicht länger ...«

»... meine dritten Zähne pflegen«, tönt es da übergangslos aus dem Kanal, und - plumps - saust da ein buntschillerndes Gebiß ins Wasserglas, wir sehen es ganz deutlich. Was war denn das?

Nun, das war die Werbung neuen Stils. Mitten in die Spielfilme prasseln abrupt die Reklame-Spots, ohne Vorankündigung, ohne Sekundenpause. Dadurch ergeben sich neue TV-Erlebnisse - und teilweise ganz neue Zusammenhänge.

Da! Was sagt die coole Schöne im Liebesfilm? »Glaube mir, ich habe solche Sehnsucht nach deinem ...«

»... Purgo-Boy, dem strahlenden Beckenreiniger - bei überraschendem Besuch auch als Mehlschwitze zu verwenden.«

Himmel, da verschluckt man ja Bier und Salznüsse.

Bloß schnell auf einen anderen Kanal umschalten. Ah, ein verfilmter Schicksalsroman. Wunderbar. Der Kranke blickt auf den Arzt:

»Bestehen noch Chancen, Doktor?«

»Gewiß. Wir werden Ihnen ...«

»... Herz und Lunge zusammenstampfen, die Knochen zerkleinern und alles durch ein großes Sieb geben. Sie sollen mal sehen, wie ihr Vierbeiner fröhlich bellt und plötzlich ein seidiges Fell bekommt.«

Und dieser verrückte Hund auf dem Bildschirm giert tatsächlich nach dem Zeugs.

Schnell gewechselt zum Science-Fiction-Film auf Kanal 22. Zwei Wissenschaftler und ein Abenteurer auf dem Mars.

»Sehen Sie nur, dieses 400.000 Jahre alte Urwesen besteht aus ...«

»... reinem, ausgepreßtem Orangensaft«, sagt Pflegefall Opa Dittmeyer zu einem tumben Kind, und das piepst:

»Oh, prima.«

Das klingt so dämlich, daß man eigentlich beiden sofort das Taschengeld entziehen müßte. Nur schnell weiter auf einen anderen Kanal.

Ah, ein Erotikfilm, auch gut. Ein Pärchen im Bett.

»Immer wenn ich mit dir zusammen bin, kriege ich ...«

»... Hautausschlag und Erbrechen. Über weitere Nebenwirkungen befrage man seinen Apotheker.«

Junge, Junge, ich sage ja, die schönste Krankheit taugt nichts.

Kanal 19. Prima, Lawrence von Arabien. Tolle Sache. Herrliche Farben, herrliche Dialoge:

»Effendi, die Götter wollen von uns nur eins, sie wollen ...«

»... einen Bausparvertrag mit geringem Eigenkapital.« Auf der Scheibe macht ein ernster Beamter eine linkische Handbewegung.

Ja, wissen Sie, dann habe ich noch Senta Berger und ein Nervenberuhigungsmittel, Humphrey Bogart und Goldfasan-Butter, John Wayne und Babywindeln sowie Witta Pohl und Klosterfrau-Melissengeist gesehen. So ganz genau weiß ich das alles nicht mehr.

Morgen abend sehen wir nicht fern, da kochen wir uns was. Spaghetti mit einer herrlichen Sauce, dieser herrlichen Sauce von ... von na, wie hieß denn noch gleich dieser Spielfilm?

Leseprobe 2

Jazz - von A bis Z

Autobahnraststätte:

Nächtlicher Treffpunkt bleicher, hohlwangiger Musiker, die mit geschlossenen Augen lederne Käsebrote verzehren. Die Augen öffnen sich nur dann erschreckt, wenn es bei der Gagenverteilung weniger Geld gibt als erwartet. Danach geht es dann weitere 260 km bis zur nächsten Raststätte.

Biographien ...

Chorus: ist die Strophe im Jazz – oft auch eine Katastrophe. Chorusse bei Sessions wirken oft stärker als Valium. Nach Schlagzeug- oder Baßchorus erfolgt automatisch der Zwischenbeifall (siehe unter Z).

Doppelgastspiel ...

Ehefrauen von Jazzmusikern zeichnen sich darin aus, daß sie E.S.P von Miles Davis und Freedom Jazz Dance von Eddie Harris fehlerfrei vor sich hinsummen, während sie im Bandwagen, mit der großen Trommel auf dem Schoß und einem chinesischen Becken im Rücken, von Malmö nach Wien fahren.

Frühschoppen: ...

Galavorstellung: Eine Veranstaltung, in die Jazzer nur durch Zufall geraten. Bedrückt schlängeln sie sich durch Smokings, dunkle Anzüge und Abendkleider hindurch, überhören kritische Fragen älterer, schmuckbehangener Damen (»Ich dachte, es kommt eine Neger-Kapelle?«), verweigern energischen jungen Herren mit Segler-Mütze ein Icecream und werden zum Abendessen ins Gesindezimmer geführt, wo statt des Gala-Bufetts ein schmackhafter Eintopf auf sie wartet.

Hauskapelle: ...

Jazzkritik wird aus Zeitmangel oft schon vor dem Konzert geschrieben. Die besprochene Gruppe darf sich glücklich schätzen, wenn ihr Name einigermaßen richtig wiedergegeben und die Baßklarinette nicht mit der Posaune verwechselt wird.

Kraftfahrzeug: ...

Musikerschicksale:
– Tenorist Arnd B., 27, gab aus Anlaß verschiedener Unterhaltsforderungen von Jugendämtern ein Benefizkonzert in den Räumen der Kreisverwaltung Eutin, um wenigstens eine Stundung der Beträge zu erreichen.
– Schlagzeuger Torsten S., 39, nahm nach einer 600-km-Nebel-Fahrt sein Theologiestudium wieder auf.
– Flügelhornist Wilfried N., 31, bittet nach wie vor inständig alle Telefon-Anrufer, gegenüber seiner Frau nicht die Höhe der vereinbarten Gage zu erwähnen.

Nachtruhe ...

Organisation ist besonders bei einer längeren Tournee wichtig. Von einer mangelnden Organisation spricht man, wenn für Dienstagabend ein Konzert auf der Insel Helgoland und für Mittwochmorgen Studioaufnahmen in San Remo vorgesehen sind. Gute Organisation wird dagegen gelobt, wenn ein Jazzquartett auf demselben Hotelflur wie vier Folklore-Sängerinnen untergebracht ist.

Pannen ...

Querelen sind auch unter Musikern an der Tagesordnung. Den meisten Ärger gibt es mit der Gage. Sie ist meistens zu klein. Darüber hinaus hat es sich eingebürgert, daß das Honorar vom Veranstalter bargeldlos überwiesen wird, so daß der Musiker erst mit 14wöchiger Verspätung an sein Geld kommt. Aus einem unerfindlichen Grunde werden zumeist statt der vereinbarten DM 1.000,– nur DM 900,– überwiesen, so daß der Musiker wegen der fehlenden hundert Mark lange Ferngespräche führen muß, die insgesamt rund 150,– Mark kosten.

Reisen: ...

Schallplattenfirma: Ständig umkreister Fixpunkt für viele Jazz- und Rockgruppen. Briefe von Schallplattenfirmen beginnen mit den Worten »Wir danken Ihnen für Ihr Interesse ...« und enden mit »... nicht möglich, Ihre Gruppe in unser ohnehin schon großes Sortiment aufzunehmen«.
Für die Telefonzentrale, für das Vorzimmer und für den Empfang suchen sich Schallplattenfirmen nicht immer musikalische Menschen aus: »Aus welcher Mingus-Richtung wollen Sie denn kommen? Hier ist direkt vor dem Haus eine Einbahnstraße ... Sie müssen links an der Waldchaussee ...«

Tournee-Erinnerungen ...

Unterbringung erfolgt für den Musiker üblicherweise in einfachen Gasthöfen, die stets ein eiskaltes Zimmer und ein warmes Bier bereithalten. Dafür murrt der Wirt dann auch nicht, wenn der Trompeter nachts um H 4 Uhr Oleo unter der Bettdecke einübt.

Vertreter ...

Wirbel ist ein Kunstgriff des Schlagzeugers, schwache Stellen im Musikstück zu überdecken. Die Steigerung von Wirbel ist der große Wirbel, den eine Band um Ihre erste Platte macht.

Xylofon: ...

Yachthafen: In zunehmendem Maße Veranstaltungsort für Open-Air-Festivals. Einziger Grund: Die Jazz- und Rockmusiker können mit zollfreiem Whisky ausgezahlt werden.

Zwischenbeifall: ...

Hör- und Sehprobe

Filmausschnitte vom 1.4.2001:

- Soloabend, eine Affäre in 6 Aufzügen

für QuickTime: 15 MB
für RealPlayer: 10 MB

- Odyssee im Funkhaus Hamburg

für QuickTime: 26 MB
für RealPlayer: 27 MB

QuickTimeQuickTime

Hörproben

Hörprobe 1 (1,7 MB), Hörprobe 2 (1 MB),

Klaus Berger

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