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978-3-928143-48-6

Bleiben Sie dran! Medien-Rummel und andere Heimsuchungen

Bleiben Sie dran!Klaus Berger, 19 x19 cm - 64 Seiten

Filmausschnitte:

- Soloabend, eine Affäre in 6 Aufzügen

für QuickTime: 15 MB
für RealPlayer: 10 MB

- Odyssee im Funkhaus Hamburg

für QuickTime: 26 MB
für RealPlayer: 27 MB

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Leseprobe Neue Reklame-Bilder:

Zinsgünstig Bausparen mit Lawrence von Arabien

Um Mitternacht, zur schönsten Fernseh-Gespensterstunde, hebt der Hauptheld im Kriminalfilm seinen Revolver und sagt unheilverkündend zu seinem Widersacher:

»Du wirst nicht länger ...«

»... meine dritten Zähne pflegen«, tönt es da übergangslos aus dem Kanal, und - plumps - saust da ein buntschillerndes Gebiß ins Wasserglas, wir sehen es ganz deutlich. Was war denn das?

Nun, das war die Werbung neuen Stils. Mitten in die Spielfilme prasseln abrupt die Reklame-Spots, ohne Vorankündigung, ohne Sekundenpause. Dadurch ergeben sich neue TV-Erlebnisse - und teilweise ganz neue Zusammenhänge.

Da! Was sagt die coole Schöne im Liebesfilm? »Glaube mir, ich habe solche Sehnsucht nach deinem …«

»... Purgo-Boy, dem strahlenden Beckenreiniger - bei überraschendem Besuch auch als Mehlschwitze zu verwenden.«

Himmel, da verschluckt man ja Bier und Salznüsse.

Bloß schnell auf einen anderen Kanal umschalten. Ah, ein verfilmter Schicksalsroman. Wunderbar. Der Kranke blickt auf den Arzt:

»Bestehen noch Chancen, Doktor?«

»Gewiß. Wir werden Ihnen ...«

»... Herz und Lunge zusammenstampfen, die Knochen zerkleinern und alles durch ein großes Sieb geben. Sie sollen mal sehen, wie ihr Vierbeiner fröhlich bellt und plötzlich ein seidiges Fell bekommt.«

Und dieser verrückte Hund auf dem Bildschirm giert tatsächlich nach dem Zeugs.

Schnell gewechselt zum Science-Fiction-Film auf Kanal 22. Zwei Wissenschaftler und ein Abenteurer auf dem Mars.

»Sehen Sie nur, dieses 400.000 Jahre alte Urwesen besteht aus ...«

»... reinem, ausgepreßtem Orangensaft«, sagt Pflegefall Opa Dittmeyer zu einem tumben Kind, und das piepst:

»Oh, prima.«

Das klingt so dämlich, daß man eigentlich beiden sofort das Taschengeld entziehen müßte. Nur schnell weiter auf einen anderen Kanal.

Ah, ein Erotikfilm, auch gut. Ein Pärchen im Bett.

»Immer wenn ich mit dir zusammen bin, kriege ich ...«

»... Hautausschlag und Erbrechen. Über weitere Nebenwirkungen befrage man seinen Apotheker.«

Junge, Junge, ich sage ja, die schönste Krankheit taugt nichts.

Kanal 19. Prima, Lawrence von Arabien. Tolle Sache. Herrliche Farben, herrliche Dialoge:

»Effendi, die Götter wollen von uns nur eins, sie wollen ...«

»... einen Bausparvertrag mit geringem Eigenkapital.« Auf der Scheibe macht ein ernster Beamter eine linkische Handbewegung.

Ja, wissen Sie, dann habe ich noch Senta Berger und ein Nervenberuhigungsmittel, Humphrey Bogart und Goldfasan-Butter, John Wayne und Babywindeln sowie Witta Pohl und Klosterfrau-Melissengeist gesehen. So ganz genau weiß ich das alles nicht mehr.

Morgen abend sehen wir nicht fern, da kochen wir uns was. Spaghetti mit einer herrlichen Sauce, dieser herrlichen Sauce von ... von na, wie hieß denn noch gleich dieser Spielfilm?

zur Leseprobe 2: Jazz von A bis Z

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