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Richards Ritt zum Regenbogen
978-3-928143-23-3

Richards Ritt zum Regenbogen
Leseprobe: Aufbruch

Schon im Schlafanzug wartete Richard in seinem Zimmer. Er freute sich auf sein Bett, das heißt, eigentlich freute er sich auf die Geschichte, die Vater erzählen würde. Doch jetzt bestieg der Junge erst einmal sein Schaukelpferd zum abendlichen Ritt, denn Vater ließ noch auf sich warten. Vielleicht hatte ihn ein Telefonanruf aufgehalten.

»Wohin möchtest du heute?« fragte das Schaukelpferd.

»Ich habe am Nachmittag einen Regenbogen gesehen. Der war schön – und so geheimnisvoll sah er aus. Kannst du mich dort hinbringen?«

»Das kann ich«, sagte das Pferd, »doch rate ich dir, zieh etwas über, vielleicht deinen Bademantel. Der ist mollig warm. Wir werden nämlich lange reiten müssen, und draußen ist es frisch, besonders um diese Tageszeit.«

Richard zog also den Bademantel an, schlüpfte noch in seine warmen Hausschuhe, bestieg wieder das Schaukelpferd und sagte: »Hü!«

Da wieherte das Pferd, Beine und Hals streckten sich, sein Kopf wurde länger und der Rücken breiter. Schon stand es als lebendiges Roß im Zimmer, stattlich und voller Temperament. Richard spürte die Körperwärme des Tieres und das Spiel der Muskeln durch das glatte Fell. Er hielt sich an der Mähne fest.

Nochmals ertönte das Wiehern, da wichen Möbel und Wände des Zimmers zurück, als würden sie weggetragen wie Theaterkulissen. Das Tier schnaubte und scharrte mit dem Vorderhuf den Boden.

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